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Penny Harris/Meine häuslichen Landschaften
“Das Heim ist eine Ansammlung von Widersprüchen, die wir durch ein Rollenspiel überleben, das sich von Person zu Person unterscheidet und sich je nach Gegebenheit ändert. Unsere Rollen sind Verhaltensgrenzen, die die Familie vor Gefahr und dem Unbekannten beschützen. Jede Familie lebt innerhalb ihrer eigenen Grenzen, einem bestehenden Verhaltensgleichgewicht. Das Paradox des Familienrollengleichgewichts besteht darin, daß die gleichen Grenzen, die uns von dem Unbekannten beschützen, unsere eigene Entwicklung hemmen mögen.
Ich verwende eine Lochkamera um die Spannungen dieser Familienrollen zu porträtieren. Alter und Jugend, Sexualität und Keuschheit, Trost und Furcht, Zuneigung und Gewalt, Überfluss und Mangel werden zusammengebracht um die Genzen der Kontraste zu betonen. Die Verzerrungen der Lochkamera rufen eine Disorientierung hervor, den Schwindel einer aufrichtigen Selbstprüfung. Der/Die Betrachter/in wird angeregt, die Grenzen des eigenen Heimes und der eigenen etablierten Rolle zu hinterfragen.
Familienmitglieder widersetzen sich natürlich jeder Veränderung des gegenwärtigen Rollengleichgewichts, jedoch niemand stärker als wir selbst. Unwissentlich sind wir vielleicht die strengsten Hüter unser eigenen Rollen. Meine Reihe der häuslichen Landschaften lädt uns ein, die eigene Familie und die Grenzen, gegen die wir stossen und auf denen wir ruhen, zu hinterfragen.”
©2002 Penny Harris
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